14. Oktober 2019

TIERE

KOLUMNE von Dr. Peter Kollmann

Ernährungsfehler bei Hund und Katze, Teil 1


Dr. Peter Kollmann, Gaspoltshofen, www.tierarzt-kollmann.at, Tel. 07735/6943

Eine richtige, bedarfsgerechte und ausbilanzierte Fütterung ist Grundvoraussetzung für Gesundheit und Leistungsfähigkeit unserer Haustiere. Wird der benötigte Bedarf an Energie, Nährstoffen und Wirkstoffen unter- oder überschritten, so spricht man von einer Fehlernährung. Die Auswirkungen müssen nicht sofort und unmittelbar als Erkrankung sichtbar werden. Sie können Wachstum und Entwicklung stören, die Leistungsfähigkeit herabsetzen und mehr oder weniger klinisch sichtbare Krankheiten auslösen bzw. ihre Entstehung durch Verminderung der allgemeinen Widerstandskraft des Organismus begünstigen. Dabei sind die Zusammenhänge für den Hunde- und Katzenhalter mitunter schwer zu erkennen.
Der am häufigsten begangene Fehler bei der Ernährung unserer Lieblinge ist die mangelhafte Konsequenz. Sie wird von den Tieren relativ schnell mit eindeutigem Fehlverhalten beantwortet, das sich nur schwer wieder korrigieren lässt und allzu oft ein Leben lang bestehen bleibt.
Hunde und Katzen benötigen feststehende und auf 15 bis 20 Minuten begrenzte Fütterungszeiten. Unregelmäßigkeiten bei der Fütterung, zu langes Stehenlassen der Nahrung und die Gabe von Leckerbissen zwischen den Mahlzeiten führen zum Betteln sowie zur hastigen oder zur unlustigen Nahrungsaufnahme. Verweigern unsere Hunde und Katzen bei sonst guter Gesundheit das ihnen bedarfsgerecht bereitete Futter oder nehmen sie es nur unwillig auf - immer nach etwas anderem Ausschau haltend -, dann haben eindeutig wir Menschen daran schuld. Konsequente Erziehung zum richtigen Nahrungsverhalten ist das A und O der Ernährung von Hund und Katze.
Ein häufig anzutreffender Fehler ist die Verabreichung von zu kaltem oder zu heißem Futter. Frisch aus dem Kühlschrank oder gerade vom Herd genommene Nahrung gehört nicht in die Futterschüssel. Was wir unseren Hunden und Katzen anbieten, sollte Körpertemperatur, d. h. etwa 38 ° C haben. Weiters gilt: Was für uns Menschen ungenießbar wurde, ist es auch für den Hund und die Katze. Besonders vorsichtig muss man mit verdorbenem Konserveninhalt sein, weil die darin befindlichen Fäulniserreger mit ihren Giften für Mensch und Tier gleichermaßen gefährlich sind. Hier hilft auch kein Abkochen.
Wichtig: Unsere kleinen Haustiere benötigen zur Nahrungsaufnahme Ruhe und keine Ablenkung. Nach dem Hinstellen des Futters sollten sie am besten allein gelassen und nicht von der ganzen Familie umringt werden. Alles, was nach 15 bis 20 Minuten nicht aufgenommen wurde, müssen wir beseitigen, da Futterreste, besonders in warmen Räumen, schnell „ansäuern“. Die Futterschüsseln sind, auch wenn sie sauber geleckt wurden, gründlich zu reinigen und zu desinfizieren. Letzteres sollte besser durch Auskochen als durch Auswaschen in einer Desinfektionslösung erfolgen. Dasselbe gilt für die Trinkgefäße. Da frisches Wasser immer zur Verfügung stehen muss, ist es zweckmäßig, mindestens zwei Trinkgefäße im täglichen Wechsel zu verwenden. Im Handel werden geeignete Schüsseln bzw. Näpfe aus Nirosta, Email und Plastik angeboten.