07. Dezember 2019

AKTUELLES

Ordensfrau aus Waizenkirchen als Sprachrohr der Opfer

Menschenhändler setzen 99 Milliarden Dollar um


Nach dem Menschenhandel-Vortrag in St. Agatha (v. l.): Pater Hans Eidenberger vom Mühlviertler Bildungshaus Greisinghof, Schwester Maria Schlackl und die Veranstalterinnen Regina Sandberger (KFB) und Maria Sandberger-Gschaider (KBW). Foto: Alois Ferihumer

Maria Schlackl ist in Waizenkirchen in einer sehr offenen, christlich engagierten Familie aufgewachsen. „Das bereitete den Boden für ein sensibles Wahrnehmen der gesellschaftlichen Realität,“ sagt die 67-Jährige, die bereits mit zwölf Jahren erkannte, dass es viel Gewalt und soziale Ungerechtigkeit gibt auf dieser Welt. „Und wenn es schon so ist, dann will ich wenigstens etwas dagegen tun,“ dachte sich die jugendliche Landlerin. Und so denkt sich noch heute.
Maria Schlackl trat dem Orden der Salvatorianerinnen bei und war lange als Ordensfrau in Wien. Seit 2014 lebt Schwester Maria in ihrem Ordenshaus in Linz, wo sie unter anderem als Provinzvikarin Oberösterreichs tätig ist.
Seit fünf Jahren engagiert sich Schlackl für die Hilfsorganisation „Solwodi“; das steht für „Solidarity with women in distress“, also für Solidarität für Frauen in Not. Der Verein wurde einst in Kenia gegründet und über Deutschland nach Österreich „importiert“. „Ich bin hier für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig,“ sagt Maria Schlackl und wartet  mit furchbaren Zahlen auf: „Jährlich werden 2,4 Millonen Menschen Opfer des Menschenhandels. Die Ware Mensch bringt weltweit einen Jahresumsatz von geschätzten 99 Milliarden Dollar.“
Betroffen sind vorwiegend Frauen, die meist sexuell missbraucht und finanziell ausgebeutet werden. „Solwodi“ macht auf ihr Schicksal aufmerksam und versucht sie aus dem kriminellen Geschäft zu befreien. Derzeit hat der Verein zehn Frauen mit ihren Kindern in seiner Obhut, wie Schlackl auch bei einem Vortrag in St. Agatha berichtet hat.
Das Spendenkonto für Schwester Maria und „Solwodi“: IBAN: AT55 3200 0000 1162 4640 bei der RLB NÖ.