07. Dezember 2019

TIERE

KOLUMNE von Dr. Peter Kollmann

Fortpflanzung bei Katzen


Dr. Peter Kollmann, Gaspoltshofen, www.tierarzt-kollmann.at, Tel. 07735/6943

Die erste Brunst tritt im Alter von 6 - 8 Monaten auf. Die „Hochzeit" der Katzen findet meist zweimal im Jahr statt, und zwar in den Monaten Februar und März sowie in den Sommermonaten. Wenn keine Befruchtung erfolgt, kann im Frühjahr schon nach etwa 14 - 28 Tagen die nächste Brunst eintreten. Die Dauer der Brunst bei der Katze beläuft sich auf 3 - 10 Tage. Der Kater wiederholt die Paarung in bestimmten Abständen, so dass normalerweise genügend Spermien für die Befruchtung der Eizelle zur Verfügung stehen. Wenn keine Paarung stattfindet, dann werden die Eibläschen mit den ausgereiften Eizellen im Eierstock nicht aufgelöst, und die Bildung der Brunsthormone bleibt über einen längeren Zeitraum erhalten: Die Brunst dehnt sich dann bis zu einem Zeitraum von zehn Tagen aus.
Als Zeichen der bevorstehenden Brunst ist das Unruhigwerden der Katzen zu werten, die verstärkt in ihrem Revier und in der Umgebung herumstreifen. Es wird dabei gern ein charakteristischer Gurr-Miau-Laut zum Anlocken der Kater ausgestoßen. Der Besitzer wird mit besonderer Zärtlichkeit bedacht: Die Häufigkeit des Köpfchengebens nimmt zu. Vor und während der Brunst werden von der Katze im Genitalbereich Duftstoffe abgegeben, die auf die Kater von nah und fern anlockend wirken. Der Kater haben bei der Erfüllung seiner geschlechtlichen Wünsche meist wenig Auswahl. Zur Beschränkung der Fortpflanzung werden nämlich die weiblichen Kätzchen oft schon in den ersten Lebenstagen in die „ewigen Jagdgründe“ der Katzen befördert. Meist bewerben sich daher bei freiem Auslauf mehrere Kater um eine brünstige Katze, was zu beträchtlichen Raufereien führt. Das nächtliche Kreischkonzert der Kater - scherzhafterweise als „Katzenmusik" bezeichnet - ist meist mit lebhaftem Beißen und Tatzenschlägen verbunden, bis der Rivale das Feld räumt.
Zu Beginn der Brunst rollt sich die Katze am Boden hin und her, weshalb man diesen Zustand auch als „Rolligkeit" bezeichnet. Sie zieht zunächst den Flirt vor und weicht „ernsthafteren Absichten" vorerst aus. Der Kater wird dadurch sexuell angeregt. Schließlich ist die Katze mit steigender Sekretion von Brunsthormonen paarungsbereit. Schließlich kommt es zur Paarung, die ziemlich schnell vonstatten geht.
Nach der ersten Paarung ist die brünstige Katze an weiteren Paarungen interessiert. Schon nach kurzer Zeit nähert sich die brünstige Katze dem Kater und bietet ihm mit einem nach hinten gerichteten Blick ihr Hinterteil dar. Diese Haltung ist für den Kater ziemlich eindeutig, und er bemüht sich bald darum, den sexuellen Wünschen der Katze gerecht zu werden. Nach einigen Paarungen verliert der Kater verständlicherweise an sexueller Spannkraft. Die Katze gibt sich nunmehr aber nicht ohne weiteres zufrieden, sondern umwirbt mehr oder weniger auffällig den etwas ermüdeten Kater: Sie schnurrt, gibt Köpfchen und präsentiert in kurzen Abständen ihr Hinterteil.
Ein großes Problem ist die Beschränkung der Fortpflanzungsfreudigkeit der Katze. Die einfachste Methode zur Beschränkung des Nachwuchses ist die Kastration der Katzen bzw. der Kater. Aber auch eine hormonelle Behandlung durch Tablette oder Injektion ist möglich.